Gute Nachricht für Patienten, die unter nächtlichen Atemaussetzern leiden: Für die oft als lästig empfundene Atemmaske gibt es möglicherweise bald Alternativen. Als ein denkbarer Ausweg könnten sich Schrittmacher erweisen, die im Falle einer so genannten Schlafapnoe aktiv werden. Die in den Körper implantierten Geräte erkennen einen drohenden kurzzeitigen Atemstillstand und steuern diesem entgegen. Forschungsansätze gibt es verschiedene.

So untersuchen Spezialisten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und weiterer deutscher Kliniken seit einigen Jahren schon den Einsatz von Zwerchfell-Schrittmachern. Eine gestörte Signalübertragung vom Gehirn zum Zwerchfell als einem für die Atmung wichtigen Muskel gilt als mögliche Ursache nächtlicher Atemaussetzer. Als europaweit eine der ersten Kliniken hatte das UKSH eigenen Angaben zufolge 2011 einem Herzinsuffizienz-Patienten ein Gerät implantiert, das bei drohenden Atemaussetzern im Schlaf automatisch eingreift, das Zwerchfell stimuliert und so eine gleichmäßigere Atmung ermöglicht. Der Zwerchfellschrittmacher gleicht einem Herzschrittmacher, jedoch werden die Elektroden nicht am Herzen, sondern unter anderem in einer Vene nahe dem Zwerchfell eingesetzt, berichtet UKSH-Pressesprecher Oliver Grieve.

Ein weiterer Ansatz gegen Atemaussetzer sind so genannte Zungenschrittmacher. Von einem solchen Gerät, das unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt wird, berichtet der NDR im Gespräch mit Medizinern der Berliner Charité. Erkennt der Schrittmacher – ebenfalls über eine Sonde am Zwerchfell – gefährliche Atempausen, aktiviert er über einen Nerv die Zungenmuskulatur. Die Zunge bewegt sich und macht die Atemwege frei.

Von einem Implantat, das mit einem Sensor zwischen den Rippen den Druck der Lunge misst und im Falle einer Atemstörung Signale an den Unterzungennerv sendet, berichtet das Magazin Focus online mit Bezug auf Forschungen der Uni-Klinik Mannheim. Auch hier soll verhindert werden, dass die Atemwege blockiert werden. Allerdings sei der Zungenschrittmacher nur bei ein bis zwei Prozent aller Betroffenen anwendbar, heißt es in dem Bericht.

 

Hinweis an unsere Leser:

Die Beiträge in der Rubrik "Neues aus Medizin und Forschung" sollen über interessante neue Ansätze und Studien in der medizinischen Grundlagenforschung berichten. Es handelt sich um ein Informationsangebot, auf welchem Gebiet derzeit international geforscht wird und welche Neuerungen in den kommenden Jahren möglicherweise in die tägliche Arbeit der Mediziner einziehen können. Die hier vorgestellten Forschungsansätze gehören nicht zum Leistungsspektrum der Hausarztpraxis Golm.

Redaktion dieses Beitrags: C.B.,